Andrea von der Heide

Seyd gegrüßt,
mein Name ist Andrea, ich wurde 1368 in Stuttgart in ärmliche Verhältnisse hineingeboren. Seit frühester Kindheit musste ich mit auf die Äcker und Wiesen hinaus, um bei der harten Arbeit auf dem Felde zu helfen.
So waren die Sterne für mein Leben bereits bei meiner Geburt geordnet worden und sie sollten Recht behalten, bis zu einem sehr schwülen und heißen Tag in meinem vierzigsten Sommer.
Ich war schon sehr früh auf den Wiesen, um das frische Gras vor der unbarmherzigen Hitze der Sonne zu retten und begann bereits kurz vor dem Sonnenaufgang mit der Arbeit. Meine große Sense war schwer und die Arbeit ging von Stund zu Stund schwerer von der Hand. Ich war gerade dabei meine Sense mit einem abgenutzten Schleifstein, so gut ich es konnte, wieder zu schärfen, als mir mein Kreislauf zusammensackte und ohnmächtig wurde. Als ich wieder zu mir kam, schaute ich in ein altes verschrumpeltes Gesicht. Es war ein Mönch der sich um meine Wunde gekümmert hatte. Als ich ihn anblickte, lächelte er und packte irgendwelche Dinge in einen Beutel und verließ den Raum. Wie sich herausstellte hatte mich ein Trupp des Schleglerbundes aufgegriffen und mich nach Heimsheim zum Kasten gebracht. Ich hatte meinen Arm ganz gut erwischt und viel Blut verloren, weshalb ich dankbar war, dass sich überhaupt jemand um mich kümmerte, denn das war ganz und gar nicht selbstverständlich. Zum Dank, dass mir der Trupp der Schlegler das Leben gerettet hatte, blieb ich bei den Schleglern in Heimsheim, denn in Stuttgart war es egal, ob ich lebe oder auf einem Acker verrotte und so schloss ich mich dem Schleglerbund unter der Führung von Walther zu Baaden an. Bis heute erledige ich jede Arbeit, die man mir aufträgt und genieße es täglich nicht als Abschaum behandelt zu werden.
Da mich die Schlegler auf einer großen Wiese fanden, nennt man mich Andrea von der Heide.

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